Maxi ist vierzehn und keiner darf ihr was sagen. Nicht ihre Mitschüler, nicht die Lehrer und schon gar nicht ihre Mutter Constanze. Als Constanze einen neuen Freund hat, ist es mit Maxis Freiheit vorbei, denn Eberhard will die Stieftochter
"umerziehen". Seine Mittel: Demütigungen und Schläge.
Constanze sieht tatenlos zu, bis Maxi nur ein Ausweg bleibt: Abhauen. So wie Ronny, der Typ mit den traurigen Augen, in den sich Maxi verliebt hat. Doch auf der Straße gibt es weder Liebe noch Freiheit ...
Mein Mann Peter erzählte mir einmal von einem Heimkind, das er und seine frühere Freundin zu Studentenzeiten einmal über Weihnachten bei sich aufgenommen haben. Der Junge hatte sich auch gefreut und die Tage verliefen harmonisch. Später wollten Peter und seine Freundin sich auch weiterhin um ihn kümmern und ab und an etwas mit ihm unternehmen. Als sie ihn dazu eines Tages aus dem Heim abholen wollten, teilte ihnen ein Erzieher mit, der Junge wäre abgehauen und niemand wüsste, wo er ist. Sie haben auch nie wieder etwas von ihm gehört. Diese Geschichte hat mich sehr berührt, und so ist die Idee zu diesem Buch entstanden.
Maxi und Ronny sind seltsamerweise bislang die Personen aus meinen Jugendbüchern, die mir am meisten ans Herz gewachsen sind - obwohl, oder gerade weil sie die "kaputtesten" sind. Während meiner Arbeit in der Kinder- und Jugendpsychatrie und in der Hauptschule habe ich junge Menschen kennen gelernt, die zu Hause Ähnliches oder noch Schlimmeres erlebt haben.
Trotzdem sind Personen und Handlung im "Straßenblues", wie in meinen anderen Büchern auch, trotz gründlicher Recherchen natürlich frei erfunden. cf
Hinweis:in der Berliner Morgenpost erschien 2004 ein Interview zu diesem Buch!